Rund ums Erdöl, Erdgas, Kohle und das Derivat Autogas usw...

Moderatoren: RThorsten, sch_peakoiler, marc, powertiger

#105341
Hallo Zusammen,
da die Medien sich bzgl. der kommenden Ölunabhängigkeit der USA gerade überschlagen, wobei sie noch nicht einmal in der Lage sind, den Begriff Schieferöl richtig zu verwenden, lohnt ein genauerer Blick auf diese Thematik.

Wer also wissen will, wie und wo in den USA nach Öl "gefrackt" wird, und wo die technischen Herausforderungen und Grenzen dieser Technik liegen, dem sei folgender Artikel ans Herz gelegt. Die Artikelserie versucht Chancen und Risiken dieser Art der Ölförderung auszuloten und so zu einer realistischeren Einschätzung der kommenden Entwicklungen zu kommen.

Hier Teil 1: Was ist Tight Oil? Was ist Schieferöl?

Viele Grüße und einen schönen Restsonntag!

smiths74
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von Axel F.
#105342
Danke Dir,

ist gut verständlich.

Freuen wir uns auf die Fortsetzung.

Gruß

Axel
von Cujo
#105358
Am kommenden Sonntag könnte sich auf der "National Mall" in Washington, DC, das Schicksal der kanadischen Teersandölförderung entscheiden: Eine Großdemo gegen die gewaltige, von Kanada bis hinunter zum Golf von Mexiko geplante Ölpipeline "Keystone XL" (http://de.wikipedia.org/wiki/Keystone_XL), das künftige Rückgrad der Ölgewinnung in der kanadischen Provinz Alberta und aus Quellen der Great Plains, soll US-Präsident Obama dazu bewegen, die am 19. Januar 2013 schon vorläufig gestoppte Trasse endgültig zu aufzugeben. UmweltaktivistInnen, Farmer und Indigene aus allen Teilen Nordamerikas werden sich unter einer einzigen Losung zwischen National Monument und Kongress versammeln: "Mr. President, shoot this project down!" Es könnte das Ende für den Traum vom "Scheichtum Kanada" bedeuten, wo heute das schmutzigste, umwelt- und klimaschädlichste Öl der Welt aus den riesigen Waldgebieten der Provinz herausgehoben wird. Genehmigt Obama "Keystone XL" jedoch, dürfte dies der Ölsandindustrie neuen Auftrieb geben und schwerwiegende Folgen für das Weltklima haben.

Michael T. Klare berichtet.

Will the Keystone XL Pipeline Go Down?


http://www.tomdispatch.com/post/175648/ ... email#more
von Kilon
#105359
Der Ölboom ist so stark laut der Medien, dass die vorläufige BIP-Prognose des 4. Quartals (-0,1% im vgl. zum Vorjahr glaub ich) sehr gute Chancen hat auf 0,0 oder viel mehr auf Wachstum revidiert zu werden. Ich glaub dazu tragen auch positive Revidierungen der vorläufigen Arbeitslosenzahlen bei. Gleichzeitig zahlen die Amis Sprit-Preise die entlang der Regionen wo die Kanda-Pipelines verlaufen niedriger sind als 1 Gallone Brent Rohöl + Ölsteuer... Ich lese zwar immer von Indexes bzgl. kurz- und langlebiger Zahlen aber nur dass sie anstehen. Wirklich konkret nicht und selbst wenn, unter langlebig fallen zum Teil wohl Flugzeugturbinen z.b... mich interessieren da eher Kühlschränke, Waschmaschinen, Desktop-PC's, Notebooks, Mikrowellen, Toaster, Fernseher, DVD/Blu-Ray-Recorder was weiß ich... Privatkonsum eben, wer kauft schon eine Flugzeugturbine außer Fluglinien und Milliardäre mit Flugzeugen.

Zum "US-Öl": Montana hat z.b. eine Ölsteuer von 46,2 Cent pro Gallone. Dort kostete der Sprit bis vor Kurzem ebenfalls unter 3$. 1 Gallone Rohöl Brent kostet Heute z.b. 2,81$... Montana Benzin liegt aktuell bei 3,103$ je Gallone.

2,81$ + X (Raffinierung/Transport/Gewinn beim Verkauf) + 0,462 (Steuer).

2,81 + 0,462 = 3,272$ Gallone... bei den kürzlich gemeldeten Gewinnen von alleine 80 Mrd. $ bei den 3 größten US-Multis wurde noch extra gesagt, dass höhere Raffineriechargen dazu beitrugen. Sprich bereits 16,9 Cent darüber selbst wenn zwischen Rohölkauf und Zapfsäule keinerlei Kosten entstünden....

X = alles zwischen Kauf des Barrels und Zapfzahn... Ich hab keine Ahnung was Raffinerieren kostet, und Montana... großer Staat, wenig Einwohner, nur 3-5 Ortschaften die den Namen "Städtchen" verdienen... sprich lange Transportwege zu vielen Tankstellen in kleinen Ortschaften mit vlt. 1.000 bis 10.000 Einwohnern, und wenn bei uns die Tankstellenbetreiber meckern weil sie nur 1 oder 1,5 Cent pro Liter verdienen und ohne den Verkauf von Süßigkeiten und Getränken Konkurs anmelden müssten, dann denke ich werden die US-Tankstellen bei 3,78 Litern auch mind. 2 Cent nehmen wenn es aus firmeneigener Raffinierung stammt, ansonsten wohl eher 3 oder 3,5... die freien Tankstellen sind ja wohl erfolgreich ausm Markt gedrängt worden, auch bei uns mehr oder weniger.

Ich hab mal hier gefragt ob die US-Bürger davon profitieren würden, das wurde verneint damals. Jedoch ein kleiner Kreis von Bürgern entlang der Pipelines wo kanadisches Öl importiert wird, sowie Regionen mit hoher Eigenförderung profitieren durchaus davon, wie man oben sieht... gibt mehrere Staaten wie Montana... wo der aktuelle Benzinpreis absolut unmöglich ist wenn man mehr als 105$ je Barrel nimmt.

Besonders mies finde ich, dass weder diese guten Nachrichten (=größeres Angebot) sowie der kurzzeitig um ~3 US-Cent oder mehr stärkere €uro wirklich dazu beitrugen auch unseren Ölpreis mal irgendwie zu senken. Als Autofahrer wäre ich neidisch, wobei bei uns werden alle abgezockt, in den USA gibt es ja einen Unterschied von mehr als 1 Dollar je Gallone, teilweise ist der Sprit im Nachbarstaat 50 Cent günstiger. Die Steuern sind zwar leicht gestiegen in einzelnen Staaten, aber so ernsthaft noch nicht... wäre doch echt eine ideale Einkommensquelle für die USA neben der Erhöhung des Spitzensteuersatzes um 4%.

Wobei dort auch wieder jährlich die Grenzen steigen, sprich 2007 konnte man nur die ersten 8.125$ zu 10% versteuern, 2013 sind es dann schon fast 9.000$ die unter die 10% Kategorie fallen (so ungefähr, Zahlen ausm Kopf) und das selbe für die Kategorie bis ~35.000 rum. Großartig Lohnsteigerungen gab es glaub ich bei der einfachen Belegschaft oft nicht, man war froh wenn man den Job behielt, aber durch diese Erhöhung entgehen dem Staat auch etwas Steuern, dafür gut für den Konsumenten... äh Menschen^^

€dit:

Ja 2008 lag sie für einen Single bei:

$0 – $8,025 = 10%
$8,025 – $32,550 = 15%
$32,550 – $78,850 = 25%
$78,850 – $164,550 = 28%

2013:

$0 – $8,925
$8,926 – $36,250
$36,251 – $87,850
$87,851 – $183,250

Ist schon ein kleiner Unterschied, wobei Leute die wenig (unter 40.000 Brutto) verdienen wohl auch viel abschreiben können. Das Rechenbeispiel dort zeigt es:

$40,000 gross income – $5,950 standard deduction – $3,800 personal exemption = $30,250 taxable income

Sprich von den 40.000 Brutto braucht er nur 30.250 zu versteuern, immerhin ein sattes Viertel.
#105366
"Die Bakken Shales - Prototyp einer neuen "Ölrevolution"?

Während es letztes Mal um die physikalischen Restriktionen der Fracking-Technologie hinsichtlich Porosität und Permeabilität ging, geht es diesmal um die aktuelle Ölfördersituation in den Bakken Shales in North-Dakota. Die Bakken Shales gelten als der Prototyp einer neuen "Ölrevolution" - der Förderung von Erdöl aus sehr undurchlässigen Gesteinen.

Der Artikel zeigt wo die "sweet spots", aus denen heute große Teile des Öls gefördert werden, liegen und warum sich das "Best-First-Prinzip" wahrscheinlich heute schon abzeichnet!
Weiterhin wird versucht anschaulich zu erklären, warum "gefrackte" Bohrungen immer so steile Förderrückgänge haben und die Bohringenieure kaum Einfluß auf die Ausbreitungsrichtung der künstlichen geschaffenen Risse (Fracs) haben.

Bild

Der Tight Oil Boom in den USA – Ein genauerer Blick! Teil 2

Viele Grüße

smiths74
von Kilon
#105369
Hmm krasse Kurve, wiegesagt als ich vor paar Jahren von der Bakken-Formation gelesen habe und auch irgendwo hier sie gepostet und gefragt habe kam keine große Antwort darauf zurück. War weitgehend unbekannt, aber die Zahlen im englischen Wiki sind/waren so gigantisch, dass ich es nicht glauben konnte... die USA denken da vlt. wirklich zu optimistisch was die Dauer der Förderung auf diesem Niveau angeht. Erst seit kurzem Netto-Exporteur von Erdgas und schon tut man so, als wäre man für die nächsten 100 Jahre abgesichert...

Mal sehen. Elektrizität ist abgesehen von "Neu England" gemeinsam mit Erdgas die absolute Hauptquelle für das Heizen in den USA. "Fuel Oil" spielt kaum noch eine Rolle bis auf wenige Ausnahmen. Propan ist auch mit einem kleinen Anteil dabei, wird ja aber soweit ich weiß eh aus Gas gewonnen? Die Erneuerbaren wachsen aber...

Für die Energieerzeugung wurden in den USA im Jahr 2009 folgende Rohstoffe verwendet (in trillion Btu):

Coal: 18.225,6
Nuclear: 8.356
Natural Gas: 7.043,4
Renewables: 3.967,2
Petroleum: 389,9

Ich denke in Kraftwerken wird inzwischen mehr Gas verbraucht und zum Heizen ebenfalls mehr Gas und mehr Elektrizität, von der ein großer Teil wiederum aus Gas besteht... bzw. im Süden ist es statt Heizen dann eben Klima-Anlagen... ein paar Millionen von denen verbrauchen ja auch gut was... und das US-Netz ist ja eh ziemlich marode soweit ich weiß, bei Überlastungen gibt es schnell Ausfälle, vermutlich vorallem in den südlichen Gebieten mit extremen Bevölkerungswachstum ist das alte Netz dem Verbrauch nicht mehr gewachsen. Bei uns bauen sie gerade in der Nähe ein "Umspannwerk" oder so, aber wir hatten in den letzten Jahren... naja ich erinnere mich nur an einen kurzen Stromausfall so gegen 20-21 Uhr der ca. 1 Stunde andauerte so 2010 rum, davor hab ich entweder verpasst oder es gab ewig keinen, drüben hört man ja immer wieder, dass ganze Städte für Stunden ohne Strom sind weil die Investitionen fehlen... ebenso das Straßen- und Schienennetz... dort wo Maut verlangt wird ist es okay, aber sonst soll es teilweise ziemlich schlecht sein in vielen Gebieten, das gleiche gilt für Brücken usw... der Staat versucht durch Privatisierung das Problem weiter zu reichen, aber die Konzerne saugen dem Bürger dann nur Kaufkraft aus... wobei man ja auch sagen muss, die Dimensionen sind ja auch gewaltig, mehrere Hundert Tausend Kilometer Straßennetz oder so würde ich sagen...
#106133
"Der umstrittene Fracking-Boom in den USA hat nach Ansicht der Internationalen Energieagentur den Ölpreisanstieg gedrosselt. Durch die von Umweltschützern kritisierte Technik zur Förderung von Schieferöl habe der Markt Produktionsausfälle wegen der anhaltenden Gewalt in Libyen und im Irak auffangen können, teilte die IEA am Freitag mit." http://mobile.nzz.ch/finanzen/uebersich ... 1.18130385

N.
#106135
Nutzer hat geschrieben:"Der umstrittene Fracking-Boom in den USA hat nach Ansicht der Internationalen Energieagentur den Ölpreisanstieg gedrosselt. Durch die von Umweltschützern kritisierte Technik zur Förderung von Schieferöl habe der Markt Produktionsausfälle wegen der anhaltenden Gewalt in Libyen und im Irak auffangen können, teilte die IEA am Freitag mit." http://mobile.nzz.ch/finanzen/uebersich ... 1.18130385

N.


Hallo Nutzer,

schön wieder was von dir zu lesen!

Fracking dürfte nur kurzfristig den Ölpreis niedrig halten, bzw. eher stabil halten. 100 $ sind ja nicht unbedingt niedrig.

Grüße, Bonsai
Benutzeravatar
von Markus
#106136
Ich grüße dich auch ganz besonders, willkommen zurück! Ich hoffe, wir können von dir wieder öfters was lesen!


bye,
Markus
von Karle2
#106137
die Hesse ... da unten im schönen Hessenlande wird wohl von einem FDP-Fritzen kräftig Stimmung für das Fracking gemacht. Ich finde den Artikel aber nicht mehr.
Wer sich nicht auflehnt, lässt ihn machen.
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von Bonsai
#106138
Karle2 hat geschrieben:die Hesse ... da unten im schönen Hessenlande wird wohl von einem FDP-Fritzen kräftig Stimmung für das Fracking gemacht. Ich finde den Artikel aber nicht mehr.
Wer sich nicht auflehnt, lässt ihn machen.


Bald wird dort gewählt. Ich hoffe daß dann der Spuk vorbei ist.
von antred
#106139
Ich verstehe gar nicht, daß der Bakken bezüglich Energie-Unabhängigkeit der USA überhaupt erwähnt wird. Selbst die optimistischsten Schätzungen, die ich bisher gesehen habe, gehen von einer maximal förderbaren Reserve von 24 Milliarden Barrel im Bakken aus. Die meisten siedeln die Menge eher im Bereich um die 5 Milliarden +- ein paar Zerquetschte an. Wenn man bedenkt, daß die Welt pro Jahr 30 Milliarden Barrel verbraucht, ist der gesamte Bakken kaum mehr als ein Rundungsfehler.
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von Helmut
#106140
24 Milliarden Barrel multipliziert mit 100$ pro Fass sind 2400 Milliarden Dollar.
Ja, das ist ja wirklich gar nichts. :wink:

Andersherum gesehen: Gibt es ein Ölfeld was mehr enthält als ein "Rundungsfehler"? Nein, also gibt es auch an sich gar kein Öl. Problem erledigt. :wink:
von antred
#106141
Helmut hat geschrieben:24 Milliarden Barrel multipliziert mit 100$ pro Fass sind 2400 Milliarden Dollar.
Ja, das ist ja wirklich gar nichts. :wink:

Andersherum gesehen: Gibt es ein Ölfeld was mehr enthält als ein "Rundungsfehler"? Nein, also gibt es auch an sich gar kein Öl. Problem erledigt. :wink:


Klar ist das 'ne Stange Geld, aber ich glaube nicht, daß das die USA auch nur einen Zentimeter ihrer illusorischen Energieunabhängigkeit näher bringt.
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